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"BARS" der russische Schneelöwe ohne Fell
geschrieben bei 18.04.2008, 13:31 Uhr von jobakampe

wichtige Bücher Rezension zu "Geheimobjekt Atombunker"

Der Autor war seiner Biografie nach bis 1990 weder mit der Troposphärenfunkzentrale Langsdorf, dem Troposphärenfunksystem „BARS“, noch mit den Nachrichtensystemen der NVA und des Warschauer Vertrages befasst. Das ist keine Schande und kann ihn nicht davon abhalten über Zentralen und Systeme zu schreiben. Das hat der Autor in guter Absicht getan, an entsprechender Recherche hat er es mangeln lassen. Sein Sachverständnis reichte nicht aus, er kann es objektiv auch nicht haben, um ein Sachbuch mit solchem brisanten Hintergrund zu schreiben was ohne kritische Anmerkungen auskommt.

Entstanden ist ein Werk, das von Insidern, Zeitzeugen und Fachexperten als unsachlich, unrichtig und spekulativ, von Außenstehenden als spektakuläre Wahrheit gelesen wird. Bei allen guten Vorsätzen des Autors, Militärgeschichte zu behandeln, Funktion, Zweckbestimmung und Aufgaben des Troposphärenfunksystems und einer seiner Zentralen in Langsdorf darstellen zu wollen ist ein Werk entstanden, das in sachlicher und fachlicher Hinsicht sehr zu wünschen übrig lässt. Zeitliche Abfolgen, Technische Zusammenhänge, Begriffsbestimmungen, Funktionsaufgaben einzelner Elemente und Details zum Bunker sind vielfach verwischt, unsachlich, auch falsch wiedergegeben. Der Autor hätte in Vorbereitung auf bereits zum Thema vorhandene Literatur insbesondere aber auch auf Zeitzeugen zurückgreifen sollen. Einige Beispiele können auf der Homepage beim Rezensent gelesen werden.

Unbestritten ist, das mit dem Troposphärenfunksystem und seinen Bunkeranlagen an den Wahnsinn einer Aufrüstung erinnert wird, wie sie im Kalten Krieg auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs von den fortgeschrittensten Erkenntnissen von Wissenschaft und Technik getragen war.
Dem Autor und seinem Team gebührt Dank und Anerkennung dafür, die Anlage und den Bunker wieder hergestellt zu haben, so das er als Denkmal des Kalten Krieges eine Erinnerungsstätte darstellt und besichtigt werden kann. Ein Besuch vor Ort, dort wo der Besucher von Fachpersonal durch die Anlage geführt wird, kann beeindruckende Vorstellungen auslösen. Von den einst nach Entwicklungsprojekten der NVA (kein Wiederverwendungsprojekt der UdSSR wie der Autor schreibt) errichteten Anlagen auf dem Territorium der DDR sind zwei Anlagen zugänglich, in Langsdorf und Wollenberg. Der Besucher hat die Wahl, ein Besuch kann in jedem Fall zu empfohlen werden.




 
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"BARS" der russische Schneelöwe ohne Fell | Benutzeranmeldung | 1 Kommentar
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Re: "BARS" der russische Schneelöwe ohne Fell
von Waffi am 13.05.2008, 12:10 Uhr
(Benutzerinformation | Nachricht senden)
Ich möchte heute über meine Erlebnisse beim Besuch, des Bunkers-302 in Bunker Eichenthal, Eichenthaler Weg 7, 18334 Langsdorf OT Eichenthal, berichten.
Ich war in Barth an der Ostsee im Urlaub und wurde durch die Werbung auf den Bunker-302 aufmerksam gemacht.
Im Flyer steht geschrieben, dass die Öffnungszeiten: 1.4.-30.10. täglich 10 – 18 Uhr ist.
Also begab ich mich am Montag, den 28.04.2008 ca. 10:35 Uhr zum Bunker. Es waren noch zwei Leute da. Wir mussten erst Klingeln. Es kam eine Dame, nennen wir sie Bunki, die sehr verdutzt schaute und es kaum glauben wollte das drei Mann vor dem Eingang stehen und eine Führung im Bunker wollten. Nach unseren drängen öffnete sie und lies uns rein. Nun sagte sie, dass es ca. 1,5h dauert und es 12,50 EURO kostet. Die zwei Leute sagten daraufhin ab und gingen wieder. Nun stand ich allein da. Sie sagte mir, dass sie mit mir allein keine Führung macht. Es müssten schon 4 – 5 Leute sein. Mir war es auch unangenehm alleine eine Führung zu machen. Frau Bunki sagte mir ich sollte doch noch mal warten vielleicht kommen ja noch welche. Sie gab mir aber keine Hoffnung mit den Worten: „Am Montag kommt nie jemand so zeitig. Kommen sie doch am Dienstag um 12:00 Uhr wieder, da bekommen wir bestimmt 4-5 Leute zusammen.“ Das machte ich dann auch, denn es kam wirklich niemand mehr.

Nun fuhr ich am Dienstag, den 29.04.2008 ca. 11:00 Uhr zum Bunker und startete einen zweiten Anlauf. Dieser sollte alles was man sich denken kann in den Schatten stellen. Aber der Reihe nach:
Dieses Mal war das große Tor offen und man konnte in das Gelände rein gehen. Auf dem Parkplatz parkte ein zweiter PKW mit zwei Leuten und ich fragte sofort ob sie eine Führung mit machen wollten. Die Antwort: „Ja“. Ich freute mich da wir ja schon drei waren. Wir gingen in das Gelände rein. Vorbei an den Toiletten und bis zu einem Hochbunker. Dieser war wohl der Ausgangspunkt der Führungen. Aber weit und breit niemand zu sehen. Ein Hinweisschild sagte uns wir sollten im Kino Platz nehmen, was wir dann auch taten. Es wurde uns ein Film der uns an unsere Kindheit erinnerte gezeigt. Sonne, Regen, Verbreitung von Wellen, und Funk, was also jeder von uns schon mal in der Schule gelernt hat. Es kamen zwei weitere Leute und gesellten sich zu uns. Nun waren wir schon fünf Besucher. Und der Film lief und lief und es kam keiner. Mir und auch den anderen wurde es sehr kalt und wir gingen daraufhin aus dem Kino nach draußen. Wir waren ja schon ca. eine halbe Stunde im Kino. Wir rätselten nun was den mit der Führung werden würde. Plötzlich klingelte ein Telefon und da ja niemand da war und es ja vielleicht jemand am Telefon sein könnte der weis wie es weiter geht und der vielleicht auch deshalb anrief wurde ich ausgesucht um an das Telefon zu gehen. Ich nahm den Hörer ab und es war aber niemand vom Bunkerpersonal. Dieses Bunkerpersonal war plötzlich in Form eines herumbrüllenden etwas nennen wir es einen männlichen Menschen da. Er stellte sich, wie die Dame gestern auch nicht vor, sondern brüllte mich an warum ich an sein Telefon gegangen bin. Ich wollte es ihm erklären, aber er brüllte und lies mich nicht weiter zu Wort kommen. Ich sollte sofort ins Kino gehen. Da ich dachte das hat was mit dem militärischen Umgang/Ton zu tun, was ja am Eingang zu lesen ist, sagte ich: “Zu Befehl“. Aber ich sagte weiter, dass es im Kino sehr kalt ist. Nun ging das Rumpelstilzchen. So sah er aus wie ein Rumpelstilzchen mit spitzer Kopfbedeckung und die Kleidung wie aus dem Wald. Und darum nannten wir es in der Besuchergruppe auch sehr treffend, Rumpelstilzchen.
Nach ca. 5 Minuten kam unser Rumpelstilzchen wieder und brüllte zu mir er habe sich das nochmals überlegt mit mir und ich sollte das Gelände sofort verlassen. Durch diese Frechheit mit dem Telefon wird es für mich keinerlei Führung geben. Jetzt kam Frau Bunki zum Vorschein. Ich sagte das wir uns ja schon von gestern kennen und ich schon das zweite mal hier bin und ich doch nur eine Führung im Bunker wolle, weiter nichts. Das Rumpelstilzchen sagte nun zu dieser Frau: „Du bestimmst was wird“ und verließ den Ort. Somit konnte ich nun doch an einer Führung teilnehmen.
Nun ging es in den Bunker. Gespannt was uns nun begegnet gingen wir hinein. Ich muss an dieser Stelle einfügen, dass ich mich mit solchen Bunkern aus der DDR-Zeiten aus kenne. Ich habe unter anderem an und in solchen Bunkern zu DDR Zeiten gedient. Und deshalb ist so was für mich hoch interessant.
Wir gingen durch einen langen Gang der mit lauter blauen Lampen dunkel beleuchtet war. Man sah kaum wo man hin trat. Die Neonröhren die dort hin gehörten waren entfernt worden. Weiter ging es durch die „Schleuse“. Nun ging es durch verschiedene Räume mit Notstromaggregaten, Wasserversorgung, Stromverteiler, Funkverteiler, Klimaanlagen, Steuerpulten und zum Schluss zu dem Raum von wo aus der Bunker angeblich geführt worden ist. Dabei wurde uns ab und zu ein künstlich weißer Rauch in den Raum gesprüht und mit farblichem Licht alles noch ein bisschen untermalt. Ich meine den Rauch den man auf den Bühnen von Theater oder Kino oder Fernsehen nimmt. Ich weis nicht was das nun darstellen sollte. Zum Schluss bekamen wir eine „Nachgemachte“ Originalgetreue Atombombenexplosion in dem Führungsraum vorgespielt. Dabei wieder sehr viel weißer Nebel, eine Tafel viel von der Wand, ein Stuhl wurde durch einen sehr starken Wind, mittels Gebläse erzeugt, zum umstürzen gebracht. Der gesamte Raum wurde erschüttert. Nun wurde uns durch Frau Bunki erklärt das die NVA-Soldaten nun raus müssten und die Antennen wieder auf zurichten, den die sind ja nun durch den Atomschlag umgefallen. Wir Verliesen nun den Bunker und die Frau Bunki erzählte uns, dass sie eine Tochter eines 10-Enters sei und dadurch alles weis. Sie weis auch wie man sich als Soldat fühlt und wie man sich aufführen muss.

Fazit:

Ich möchte nun mit der Märchenstunde aufhören sonst stehen mir noch meine wenigen Haare, ich habe Glatze, zu Berge. Leider ist das keine Märchenstunde gewesen, sondern unsere Erlebnisse bei der Führung im Bunker-302. Diese Führung hat nichts aber auch gar nichts mit militärhistorischen zu tun. Das man so was auf die friedliche Menschheit los lässt ist eine bodenlose Frechheit und Unverschämtheit. Abgesehen von dem eingangs erwähnten Vorfall, dem unberechtigtem telefonieren, ist diese Art der Führung durch einen Bunker der eine sehr große militärhistorische Bedeutung hat hinsichtlich der fehlenden fachlichen Kompetenz eine Arroganz und Intoleranz im größten Maße. So wie hier die Geschichte verdreht wird ist es nur eine zeitliche Frage bis unser Nachwuchs nichts mehr an Wahrheit erfährt. Wie hier mit militärhistorischer Geschichte umgegangen wird muss jeden ehrlichen Geschichtenschreiber vor Wut erblassen lasen.
Ich kam mir vor als habe ich mich nicht in einem Bunker der ehemaligen NVA befunden sondern eine Fahrt mit einer Geisterbahn auf dem Rummeln gemacht.
Ich wollte mich eigentlich beim Bürgermeister der Gemeinde Beschweren der ja so was erst genehmigt hat. Aber keiner da. Habe mich dann mit den Einheimischen unterhalten und es wurde mir gesagt: “Ist uns allen schon bekannt“. Warum geht ihr auch dort hin. Es gibt doch andere Sehenswürdigkeiten hier im Norden. Das Rumpelstilzchen hat sogar in der hiesigen Tankstelle, auf Grund seines Verhaltens auf dem Gelände der Tankstelle, Hausverbot. Und das will was heißen.
Folgende Punkte möchte ich noch mal richtigstellen:
1. Öffnungszeiten laut Flyer „Es ist geöffnet“! Lüge!
2. Angebot Bistro! Lüge! Nichts da. Hunger und Durst konnten nicht gestillt werden!
3. Verfälschung der militärhistorischen Geschichte der DDR!
4. Totale Verfälschung und Verschandelung des Bunkers von innen! Geisterbahn!
5. Eine Atombombenexplosion nachzumachen, dass alleine ist doch schon ein Verbrechen. Das kann man nicht nach machen! Man muss doch sehr froh sein, dass so was nicht geschehen ist. Und noch was: Warum warnt man nicht, vor allem die Frauen, der Besuchergruppe das jetzt gleich was passiert? Muss es erst zu Verletzungen oder zum Tote kommen?
6. Sinnlos, 50 km um sonst gefahren!
7. Keine Aufarbeitung der militärhistorischen Geschichte der DDR!

Ich möchte alle warnen in den Bunker-302 zu gehen um an einer Führung teilzunehmen. Wenn ihr es trotzdem macht werdet ihr euch Maßlos ärgern. Es gibt im Norden unserer Republik viel Sehenswertes und besuchswertes. Es muss nicht unbedingt der Bunker-302 sein. Und wenn ihr einen Bunker sehen wollt wie es wirklich war dann bitte einen anderen aufsuchen. Es gibt sehr viele Bunker wo die Wahrheit gesagt wird und man nicht belogen und verarscht wird.
Warum wird der Bunker-302 nicht durch die verantwortlichen Behörden geschlossen!


     
 


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